Preisregen auf dem Comic-Salon Erlangen 2014

Veröffentlicht: Sonntag, 22. Juni 2014

Ralf König

Der Comic-Salon 2014 ist Geschichte, und auch dieses Mal konnten sich einige der anwesenden Künstler, Verleger und Redakteure über erhaltene Preise freuen. Wir stellen die Preisträger des Max und Moritz-Preises und des ICOM Independent-Preises vor.

Am Abend des 20. Juni wurden im Erlanger Markgrafentheater die Max und Moritz-Preise 2014 vergeben. Der Max und Moritz-Preis, von der Stadt Erlangen im Rahmen des alle zwei Jahre stattfindenden Internationalen Comic-Salons verliehen, gilt als wichtigste Auszeichnungen für Comic-Kunst und grafische Literatur im deutschsprachigen Raum. Im Vorfeld der Preisverleihung war eine Liste mit 25 von Jury und Publikum nominierten Titeln bekannt gegeben worden.

Die Preisträger in Erlangen verabschieden sich bis zum kommenden Salon in zwei Jahren

– Beste/-r deutschsprachige/-r Comic-Künstler/-in: Ulli Lust
– Bester deutscher Comic: „Kinderland“ von Mawil
– Bester internationaler Comic: „Billy Bat“ von Naoki Urasawa und Takashi Nagasaki
– Bester deutschsprachiger Comic-Strip: „Totes Meer“ von 18 Metzger
– Bester Comic für Kinder: „Hilda und der Mitternachtsriese“ von Luke Pearson
– Beste studentische Comic-Publikation: „Triebwerk“ der Kunsthochschule Kassel
– Spezialpreis der Jury: Tina Hohl und Heinrich Anders für ihre Übertragung von Chris Wares
„Jimmy Corrigan – Der klügste Junge der Welt“
– Publikumspreis: „Schisslaweng“ von Marvin Clifford
– Sonderpreis für ein herausragendes Lebenswerk: Ralf König

Der Preis für den Besten deutschsprachigen Comic-Strip geht an „Totes Meer“ von 18 Metzger (Jungle World / Ventil Verlag), als Bester deutschsprachiger Comic wird „Kinderland“ von Mawil (Reprodukt) ausgezeichnet, der Beste internationale Comic ist „Billy Bat“ von Naoki Urasawa und Takashi Nagasaki (Übersetzung: Yvonne Gerstheimer, Carlsen Manga). Mit besonderer Spannung wird traditionell die Wahl des Besten deutschsprachigen Comic-Künstlers (dotiert mit 5.000,– Euro) erwartet. In dieser Kategorie wurde die österreichische Zeichnerin Ulli Lust (aktuell: „Flughunde“ nach dem Roman von Marcel Beyer, Suhrkamp Verlag) ausgezeichnet. Sie wurde einer breiteren Öffentlichkeit im Jahr 2009 bekannt, als ihre Graphic Novel „Heute ist der letzte Tag vom Rest deines Lebens“ (avant-verlag) erschien.

Mawil und Ulli Lust

Der Max und Moritz-Preis für den Besten Comic für Kinder geht in diesem Jahr an „Hilda und der Mitternachtsriese“ von Luke Pearson (Übersetzung: Matthias Wieland, Reprodukt), den Sonderpreis für die Beste studentische Comic-Publikation (dotiert mit 1.000,– Euro) erhalten die Macherinnen und Macher von „Triebwerk“ der Kunsthochschule Kassel. Zum dritten Mal wurde in diesem Jahr ein Max und Moritz-Publikumspreis ausgelobt, für den im Internet nominiert und abgestimmt werden konnte. Sieger in dieser Kategorie ist der Berliner Marvin Clifford mit seinem Web-Comic „Schisslaweng“ (www.schisslaweng.net).
Den Sonderpreis für ein herausragendes Lebenswerk nahm – wie schon im Vorfeld der Preisverleihung bekannt gegeben wurde – der populäre deutsche Zeichner und Autor Ralf König entgegen. Mit dem Spezialpreis der Jury wurden Tina Hohl und Heinrich Anders für ihre Übertragung von Chris Wares „Jimmy Corrigan – Der klügste Junge der Welt“ (Reprodukt) ins Deutsche ausgezeichnet.

Erlangens Oberbürgermeister Florian Janik und Preisträger Ralf König

Die Max und Moritz-Gala wurde von Hella von Sinnen und dem Schweizer Journalisten und Comic-Experten Christian Gasser moderiert. Dr. Florian Janik, Oberbürgermeister der Stadt Erlangen, überreichte die bedeutenden Auszeichnungen in den verschiedenen Kategorien.
Der Jury für den Max und Moritz-Preis gehörten in diesem Jahr an: Christian Gasser (Autor und Dozent an der Hochschule Luzern – Design & Kunst), Herbert Heinzelmann (Journalist und Medienwissenschaftler, Nürnberg), Brigitte Helbling (Journalistin, Arbeitsstelle für Graphische Literatur, Hamburg), Andreas C. Knigge (Journalist und Publizist, Hamburg), Isabel Kreitz (Comic-Zeichnerin, Hamburg), Lars von Törne (Journalist, Berlin) und Bodo Birk (Internationaler Comic-Salon Erlangen).


 Einmal im Jahr kürt der Interessenverband Comic e.V. (kurz: ICOM) die besten Comics abseits des Mainstreams. 2014 fand die Preisverleihung im Rahmen des Comic-Salons in Erlangen statt. Die Gewinner des ICOM Independent Comic Preises in der Übersicht:
 
Bester Independent Comic
Lescheks Flug
 von Sebastian Stamm
 (Rotopolpress)

Bester Kurzcomic
Tesserakt
 von Tim Gaedke
 (SuKuLTuR)

Herausragendes Szenario
Die Schönheit des Scheiterns
 von Andreas Eikenroth
 (Edition 52)

Herausragendes Artwork
Pimo & Rex
 von Thomas Wellmann
 (Rotopolpress)

Sonderpreis der Jury für eine bemerkenswerte Comicpublikation
Pure Fruit 6

Sonderpreis der Jury für eine besondere Leistung oder Publikation
Sarah Burrini

Die Jury
Anne M. Delseit (Köln)
Harald Havas (Wien)
Frauke Pfeiffer (Weinheim)
Gerhard Schlegel (München)


Weiterführender Link:

Homepage des Festivals: Comic-Salon Erlangen

Homepage des ICOM: Die Preisträger des ICOM-Independent-Preises