Die Schachnovelle

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20 Jahre ComicRadioShow

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»Erfrischend subjektiv, seit 1992!« Das ist das Motto der ComicRadioShow. Seit 1992. Das war vor zwanzig Jahren. Damals wurde Bill Clinton zum Präsidenten der USA gewählt, der deutsch-französische Sender ARTE ging erstmals auf Sendung und die dynamitartigen Dänen schlugen die Deutschen im Fußball-EM-Finale mit 2:0. In der Welt der Comics erschien in den USA der Verlag Image Comics auf der Bühne und die »Death of Superman«-Story schlug alle Rekorde, in Belgien starb der Schlümpfe-Erfinder Peyo Heilig Abend mit 64 Jahren, und in Deutschland wurde das Konzept der ComicRadioShow (CRS) geboren.

Die ComicRadioShow wird 20austria48germany48
Interview mit Markus Gruber

VON MATTHIAS HOFMANN

Kopf des deutschen Internet-Methusalems in Sachen Comics ist Markus Gruber.  Der 1966 in Düren geborene Comic-Fan betreut das Projekt, wie viele in der Szene, in seiner Freizeit. Im richtigen Leben ist er Sendeleiter und Contentmanager für einen österreichischen Privatfernsehsender. Als Gründer und Chefredakteur schreibt er Artikel, Nachrichten, Rezensionen, führt Interviews und pflegt die Beiträge der Redaktion ein, die in Deutschland tätig ist. Sie besteht aktuell aus Jochen Garcke (Bonn), Marco Behringer (Würzburg), Michael Fredrich (Hannover), Michael Hüster (Nienhagen), Andreas Fisch (Dortmund) und Jens Schneider (Newel).

Zu den Höhepunkten der letzten zwei Jahrzehnte zählen Auftritte bei der ersten »Comic Action« in Essen 1999, wo man laut Gruber »auf dicke Hose machte« und ein Gemeinschaftsstand mit Splashcomics auf der Frankfurter Buchmesse bei ersten »Faszination Comic« im Jahr 2000.

Im Medium Comic kann Gruber jedem Genre etwas abgewinnen, »wenn es gut gemacht ist!«. Acht Meter randvolle Regale, bis unter die Decke mit Comics bestückt, können das bezeugen. Zu seiner regelmäßigen Lektüre gehören die Serien Prinz Eisenherz sowie Powers von Brian Michael Bendis und Michael Avon Oeming.


 

Markus Gruber (2011)Markus, dieses Jahr kann die ComicRadioShow ihr 20-jähriges Jubiläum feiern. Herzlichen Glückwunsch!

Vielen Dank für die Blumen!

Wie war das im Jahre 1992? Wie alt warst Du da und was hat Dich getrieben?

Neunzehnhundertzweiundneunzig war ich gerade mal unschuldige sechsundzwanzig. Mich trieb damals neben dem Fertigstellen meines Studiums die Neigung als Journalist zu arbeiten. Ich war schon bei der Lokalredaktion des Kölner Stadtanzeigers tätig und wollte nun Radio machen. Hier bot sich an, im Rahmen des Bürgerradios von Radio Köln eigene Beiträge zu machen. Ich konnte aus dem Studio der Volkshochschule Köln senden (nicht live, aber immerhin ein eigenes Magazin auf Band produzieren. Die ComicRadioShow war (in Gedanken jedenfalls) geboren.

Als dann Jean Giraud und diverse andere Comiczeichner bei einer großen Signierstunde eines Comicladens in Köln ein Interview zusagte, hatte ich Blut geleckt. Es folgte eine regelmäßige Berichterstattung im Radio (nicht nur zum Thema Comic) und schließlich zur Gründung des Internetmagazins 1997, als ich schon einige Jahre in München für einen Privatsender Fernsehen mitgemacht habe. Ach ja, eigentlich wollte ich ja die ganze Comicsache nur machen, weil ich die Rezensionsexemplare behalten durfte!

Private Zeichnung von Moebius für MarkusWie waren die ersten Jahre bis die Webseite dazu kam?

Comics im Radio zu rezensieren war eigentlich eine wirklich bescheuerte Idee. Ein Medium, das von Bildern lebt, nur mit Worten zu erklären war jedoch eine tolle Herausforderung, die auch echt Spaß machte. Nicht nur mir, sondern auch den Zuhörern.

Dabei waren natürlich die Gewinnspiele mit die beliebtesten Augenblicke in der Geschichte der CRS. Als einmal eine Marsupilami-Verlosung ausgerufen wurde - die Hörer sollten nachmachen, wie das Marsupilami, seine Frau und ihre Kinder eigentlich klingen - , war der Anrufbeantworter so proppevoll mit »Huba-Huba« und »Hubi-Hubi« rufen, dass das VHS-Büro für das Wochenende telefonisch nicht mehr zu erreichen war.

Insgesamt hat das Mikrofon viele Türen zu Interviewmöglichkeiten mit Zeichnern geöffnet, so haben wir dies nach dem Start des Internetauftritts beibehalten und die Interviews einfach transkribiert. »Damals« war das noch billiger, weil der Traffic Geld gekostet hat und die Sounddateien noch zu viel davon verursacht haben.

Wie viele feste Mitarbeiter schreiben für die CRS?

Im Grunde kann ja jeder bei uns mitmachen. Aktuell arbeiten regelmäßig, und auch unregelmäßig, fünf Redakteure in ganz Deutschland für die ComicRadioShow. Unser Impressum hat hoffentlich alle aktuellen und ehemalige Redakteure aufgeführt.  

Michael Hüster schreibt auch für andere Magazine. Marco ist neu und schreibt schon fleißig für uns und für andere. Michael Fredrich zeichnet auch Comics, als nur darüber zu schreiben, Jochen steht besonders auf die Independent-Verlagsprodukte und Jens ist unser Panini-Experte.

Das Design der Webseite sieht extrem archaisch aus. Was wollt ihr dem modernen Leser von heute damit sagen?

Wir stecken alles in den Inhalt und wenig in das Design. Wer Comic-Fanzines nur lesen kann, wenn die Ecken schön abgerundet sind, muss sich bei uns eventuell umstellen.

Ach ja, umstellen. Mir fehlt leider die Zeit mein System upzudaten, um dann die schicken neuen Themes zu verwenden. So bleiben eben nur die archaischen Formen und Farben. Aber die rund 3372 Seiten leisten noch ihren Dienst. Hoffe es gibt irgendwann mal eine aufgehübschte Version. Sehe mit Freude, dass der COMIC REPORT ebenfalls noch die gute alte 3-Spalten-Architektur nutzt. (grinst)

Was ist im Jubiläumsjahr geplant? Wird es eine Party in Erlangen geben?

Champagner für alle! Na ja, ich habe Mitte März einen fixen Termin, der mir den Rest des Jahres alle weiteren Termine bestimmen kann. Mal schauen, was geht. Aber derzeit plane ich (noch!) eine Jubiläums-Publikation drucken zu lassen, die hoffentlich in Erlangen die Runde machen wird.

Was kann man in Zukunft von der ComicRadioShow erwarten?

Sicherlich weiterhin ein extrem archaisches Design! Zusätzlich sicherlich auch das, was wir die letzten 20 Jahre so gemacht haben. Interviews waren und werden sicherlich weiter mein Steckenpferd (und das von Michael Hüster) bleiben. Vielleicht werden wir mal mehr - oder wieder weniger - Redakteure haben. Die Fans sind in den letzten Jahren mit uns erwachsen geworden und die, die dem Medium treu geblieben sind, werden mit ihrem Gehalt auch die ein oder andere teure Gesamtausgabe kaufen, um den Comic-Markt am Laufen zu halten.  Wer dann Lust hat mal seine Meinung über sein erworbenes Comicglück zu äußern, kann sich gerne bei uns melden.  Na ja, vielleicht veröffentliche ich ja dann noch das Interview mit Jean Giraud, wenn ich die Kassette wiederfinde!

Abbildungen + Foto © ComicRadioShow


 CRS-Zeichnung von Gerhard SchlegelWeiterführende Links:

Homepage: ComicRadioShow
Historisches zur CRS: Was ist eigentlich die CRS?

Copyright © Comic Report Online - Das unabhängige Comic-Magazin: Aktuelle Meldungen, Analysen, Interviews 2011-2016

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