Gestorben: Jean Giraud alias Moebius

Veröffentlicht: Samstag, 10. März 2012

Leutnant Blueberry von Jean Giraud

Der französische Comiczeichner Jean Giraud alias Moebius ist heute morgen nach langer Krankheit in Paris verstorben. Er wurde 73 Jahre alt.

Rest In Peace: Jean Giraud / Moebiusfrance48
(08.05.1938 - 10.03.2012)

MoebiusHeute ging einer der ganz Großen von uns. Jean Henri Gaston Giraud erlag im Kampf gegen seine langjährige Krankheit in einem Pariser Krankhaus. Dies bestätigte seine Frau den französischen Medien.

Jean Giraud wurde 1938 in Nogent-sur-Marne, einem Vorort von Paris, geboren. 

Titelbild Inside Moebius Band 6Im Alter von 18 Jahren zeichnete er seinen ersten Comic: Frank et Jérémie für das Magazin Far West. 1961 wurde er Schüler von Jijé, einem der einflussreichsten frankobelgischen Comiczeichner aller Zeiten, und arbeite mit ihm zusammen an einem Album der Western-Serie Jerry Spring.

1962 startete Giraud zusammen mit dem Szenaristen Jean-Michel Charlier die Abenteuer des Leutnant Blueberry, die sehr schnell zu einer Erfolgsstory wurden.

1963 begann er unter dem Pseudonym Moebius Science Fiction- und Fantasy-Comics zu zeichnen. Er gründete 1974 zusammen mit Philippe Druillet, Jean-Pierre Dionnet und Bernard Farkas das Magazin Métal Hurlant (dt. Schwermetall), wo er die Geschichten um die Luftdichte Garage und Arzach veröffentlichte.

Moebius Arzach

1981 startete er zusammen mit Alejandro Jodorowsky die Serie Der Incal, die gerade in Deutschland in einer neuen Werkausgabe bei Splitter neu aufgelegt wird. Ein weiterer Meilenstein erschien 1988: in Kollaboration mit Stan Lee, eine zweiteilige Heftserie mit dem Titel Silver Surfer: Parable.

Moebius Major Grubert

Von 2000 bis 2010 erschien die Hardcover-Serie Inside Moebius, die sechs Bände und rund 700 Seiten umfasst. Darin tritt er selbst als Protagonist auf, als Künstler wie auch als Figur, und trifft auf sein jüngeres Ich sowie viele seiner Comic-Charaktere wie Blueberry, Major Grubert oder Arzach.

Foto © Jarek Obwazanek

Abbildungen © Moebius Production


Quelle: Le Monde