US-Markt: Zieht Entenhausen um?

Veröffentlicht: Mittwoch, 20. April 2011

 

.   . US-Markt: Zieht Entenhausen um?

Der US-Marktbeobachter ICV2 berichtet unter dem Titel »Trouble in Duckburg«, dass ein Verlagswechsel der klassischen Disney-Titel bevorstehen könnte. Die Anzeichen verdichten sich, dass BOOM! Studios, der aktuelle Lizenznehmer in den USA, die Veröffentlichungsrechte für Comics verloren hat. Die regelmäßig monatlich erscheinenden Serien wie Donald Duck, Uncle Scrooge, Mickey Mouse und Walt Disney’s Comics and Stories sind bereits im kommenden PREVIEWS, dem Gesamtkatalog des Grossisten Diamond Comic Distributors, Inc., nicht mehr aufgeführt. Das betrifft Comics, die im Juli 2011 erscheinen werden. Es werden nur noch Titel aus dem Dunstkreis der TV-Cartoonserien (Disney Afternoon) wie Chip N Dale Rescue Rangers, Darkwing Duck, und Ducktales gelistet. Hinzu kommt, dass auf der Homepage von BOOM! Studios keine Abonnements dieser Serien mehr angeboten werden.

Der Wechsel kommt nicht überraschend. Als Disney 2009 Marvel kaufte, war es im Grunde nur eine Frage der Zeit, bis die Comictitel neu ausgerichtet werden. Es begann mit den Pixar-Titeln und setzte sich fort mit den Muppets-Comics. Marvel hat bereits einen neuen Titel für Mai angekündigt: Disney-Pixar Presents umfasst 96 Farbseiten im Magazinformat und bringt eine Mischung aus neuen Comics, klassischen Geschichte, Rätsel, Spiele und mehr. Der Schwerpunkt liegt auf Charakteren von Disney/Pixar-Filmen wie Cars, Cars 2, The Incredibles und Toy Story 3.

Sollten die Comiclizenzen wechseln, wäre die Zeit bei BOOM! Studios gerade mal eine knappe zweijährige Episode gewesen. Auch wenn Donald Duck & Co. in den USA als Comics längst keine Megaseller mehr sind, dürfte ein erneuter Wechsel eine Serie wie Walt Disney’s Comics and Stories nicht umhauen. Die traditionsreiche Comic-Anthologie debütierte 1940 und wurde bis heute zwar ein paar Mal eingestellt, hat aber seitdem sieben Verlage überlebt: Dell, Gold Key, Whitman, Gladstone, Disney, Gemstone und BOOM! Studios. Insgesamt 717 Nummern liegen bis dato vor. Der Geldspeicher von Onkel Dagobert dürfte krisensicher stehen.