Zeitungscomics: United Media macht dicht

Veröffentlicht: Mittwoch, 06. Juli 2011

Abt: Aus Drei mach Zwei

Traditionsreiches Zeitungscomicssyndikat schließt die Pforten
Nach hundert Jahren kommt das Aus für United Media

Der Markt für Zeitungscomics in den USA konsolidiert sich weiter. Zusammen mit der sinkenden Bedeutung schrumpft das Angebot. Das neuste Opfer ist United Media: das große Comicstrip-Syndikat hat seit dem 1. Juli 2011 den Betrieb eingestellt. Damit bleiben nur noch zwei große Mitbewerber übrig: Universal und King Features.

United Media war immerhin über hundert Jahre alt und hatte weltweit über 150 Comics im Programm. Zu den bekanntesten Strips zählten The Peanuts, Dilbert, Garfield, Tarzan oder Pearls Before Swine. Viele wirklich gute neuere Strips wie Prickly City von Scott Stantis sind ebenfalls darunter. In Zukunft werden diese Strips von United Media von Universal Uclick vertrieben, einem Unternehmen aus er Unterhaltungsbranche, das zur Andrews McMeel Universal Gruppe gehört und seit Juli 2009 besteht.

United Media wird übrigens nicht geschlossen, weil es rote Zahlen schrieb. Die Schließung ist ein Synergieeffekt aus einem Deal aus dem Frühjhar, bei dem die Firma Iconix United Media Licencing aufkaufte und damit auch die lukrativen Lizenzen von Peanuts und Dilbert.

Pearls Before Swine
von Stephan Pastis

Auch täglich neu im Netz: Pearls Before Swine

 

In einem ausführlichen Artikel für die Washington Post schreibt Michael Cavna, ein Cartoonist, der von 1997 bis 2003 für United Media zeichnete, über den Niedergang des Syndikats. In dem Artikel mit dem Titel »R.I.P. United Media: A century-old syndicate closes ist historic doors« wird eine leitende Angestellte von United Media mit diesen Worten zitiert: »Die Konsolidierung hat sich bereits seit einiger Zeit abgezeichnet. Der Markt kann nicht mehr so viele Syndikate unterhalten wie früher. Und nun ist Universal in der ersten Reihe was mobile, digitale Märkte betrifft.«

Und da ist sie wieder: die bedrohliche, nicht greifbare Veränderung durch das Onlinegeschäft. Sind Zeitungscomics automtisch eine aussterbende Rasse, weil sie mit den Zeitungen mitsterben? Verschiebt sich die Nachfrage und damit auch das Angebot vollends in den Bereich der Webcomics?

 

Abbildungen © Universal Uclick