Die besten Comics 2020: die ALFONZ-Favoriten

Veröffentlicht: Sonntag, 31. Januar 2021 Geschrieben von ALFONZ-Redaktion

Welche Comics waren die besten des Jahres 2020? Welche Geschichten und Zeichnungen spendeten Trost und Ablenkung in der Coronakrise? Wir haben nach den drei Lieblingscomics unserer Autoren gefragt. Das Ergebnis ist nicht völlig deckungsgleich mit unseren Top 20 in der aktuellen ALFONZ-Ausgabe. Hier erfahrt ihr, was die Schweizer außer Bonbons noch so erfinden, lernt etwas über irre Theorien und Ausnahmezustände, werdet in den Wilden Westen und nach Fernost entführt, in die Vergangenheit und die nahe Zukunft und taucht in Familiengeschichte(n) und in die Neunte Kunst übertragene Weltliteratur ein.

Die Comics des Jahres 2020
der ALFONZ
-Redaktion und -Mitarbeiter

Die Top 20 der Redaktion könnt ihr in ALFONZ 1/2021 nachlesen. Einen kurzen Überblick bietet die Tabelle unten. Doch nicht jeder Titel, der bei unseren Autoren einen Podestplatz eingefahren hat, hat es in die Top 20 der Redaktion geschafft. Zeit also, unsere Autoren zu Wort kommen zu lassen. Und vielleicht ist ja noch die eine oder andere Entdeckung aus dem vergangenen Jahr für euch dabei. Ein Klick auf die Verlage führt euch direkt auf deren Homepage und ein Klick auf das Cover zum entsprechenden Comic.


 Die in ALFONZ 1/2021 veröffentlichte Bestenliste für das Jahr 2020


Veit Christoph Baecker

Platz 1:
Die Farbe der Dinge

Text: Martin Panchaud
Zeichnungen: Martin Panchaud
Edition Moderne | HC | Farbe | 224 Seiten | 35,00 €

Diese Schweizer! Erst erfinden sie die Ricola-Bonbons und jetzt kommt aus der Alpenrepublik auch noch der flachste Comic ever. Also nicht inhaltlich, sondern von der Perspektive, denn Martin Panchaud arbeitet in Die Farbe der Dinge nur mit zwei Dimensionen. Von weit oben sieht der Leser auf die platte Welt. Und dort in der englischen Arbeiterklasse tummeln sich die Figuren als farbige Punkte wie in einem GPS-gesteuerten Navigationssystem auf dem Handy. Mitten drin in der Tristesse ist der 14-Jährige Simon Hope. Ob der seinen Nachnamen zu Recht trägt, bleibt lange fraglich. Neben der ungewöhnlichen Perspektive überzeugt die Story – Liebe, Mord und Totschlag, das große Geld, Verfolgungsjagden, unerwartete Wendungen, aber auch die Dialoge ziehen in den Bann. Die Farbe der Dinge ist der moderne Nachfolger von Das lange ungelernte Leben des Roland Gethers, der in den 90ern mit seinen kleinen Punkt-Figuren für Furore sorgte. Mein Comic des Jahres ist innovativ, spannend und anrührend.


Platz 2:
Das lange ungelernte Leben des Roland Gethers

Text: Shane Simmons
Zeichnungen: Shane Simmons
avant-verlag | HC | s/w | 52 Seiten | 20,00 €

Alle Panel gleich groß, alle Figuren nur ein kleiner schwarzer Punkt. Kulissen und Details sucht man vergebens. Doch haben sich die Augen erst einmal an die ungewohnten kleinen Bildchen des Kanadiers Shane Simmons gewöhnt, erschließt sich die Geschichte des Bergmannsohnes Roland Gethers, der wirklich nicht mit einem silbernen Löffel im Mund geboren wurde. Der Leser begleitet ihn von seiner Geburt Anfang des 20. Jahrhunderts bis zu seinem Tod in einem Altenheim. Großartig erzählt und grafisch eine Entdeckung. Die Longshot-Comics hatten schon einmal 1999 ihre Visitenkarte in Deutschland beim Maro Verlag abgegeben. Avant präsentiert die Neuauflage im Hardcover und in schöner Größe. Hoffentlich kommen auch noch die Folgebände.


Platz 3:
Schloss der Tiere Band 1: »Miss Bengalore«

Text: Xavier Dorison
Zeichnungen: Félix Delep
Splitter | HC | Farbe | 72 Seiten | 17,00 €

Abgeschieden in der französischen Provinz, mitten in einem tiefen Wald haben die Tiere nach dem Verschwinden der Menschen auf einem Schloss eine Republik gegründet. Doch die Hoffnungen auf Freiheit, Gleichheit und Brüderlichkeit sind in der Zeit nach dem Ersten Weltkrieg unter der Herrschaft des mächtigen Stiers Silvio in alle Himmelsrichtungen verweht. Gestützt auf eine furchterregende und jederzeit zu Gewalt bereite Hundemeute lässt der Muskelprotz die übrigen Kreaturen für sich schuften – schlecht versorgt, unterdrückt und am Rande ihrer Kräfte. Ausgerechnet die Katzenmutter Miss Bengalore wird gemeinsam mit der heimatlosen Künstler-Ratte Azelar Graugreis und dem Gigolo-Hasen Caesar zum Zentrum des zivilen Ungehorsams. Schloss der Tiere ist handwerklich auf höchstem Niveau, unterhaltsam, gespickt mit Details und Anspielungen und hat eine klare gewaltlose Botschaft: »Beendet die Angst und macht die Ungerechtigkeit sichtbar!«


Christian Endres

Platz 1:
Unfollow

Text: Lukas Jüliger
Zeichnungen: Lukas Jüliger
Reprodukt | SC | Farbe | 168 Seiten | 18,00 €

Earthboi, das personifizierte Bewusstsein der Erde, wird zum Social-Media-Star und gefeierten Öko-Influencer – und dann treffen seine Ideen auf die Revolution. Eine topaktuelle Geschichte mit trügerisch sanfter Optik und eine moderne Fabel über unsere Welt, Probleme, Netzwerke und Bewegungen.


Platz 2:
Abteilung für irre Theorien

Text: Tom Gauld
Zeichnungen: Tom Gauld
Edition Moderne | HC | Farbe | 160 Seiten | 19,80 €

Der Schotte Tom Gauld ist einer der besten Humoristen der aktuellen Neunten Kunst und ein begnadeter Reduzierer. Das zeigt auch der Sammelband mit seinen Strips und Cartoons für das Wissenschaftsmagazin New Scientist um Forscher, Experimente, Science Fiction und den ganzen Rest. Herrlich clever und ironisch und stets genau auf den Punkt.


Platz 3:
Ausnahmezustand

Text: James Sturm
Zeichnungen: James Sturm
Reprodukt | HC | s/w | 216 Seiten | 24,00 €

Mithilfe anthropomorphisierter Hundefiguren stellt US-Künstler James Sturm die Spaltung seiner Heimat dar. 2016 fällt Trumps Schatten auf das Land, und ein einfacher Handwerker stolpert über die vielen kleinen Risse in der Gesellschaft. Ein subtiler, exzellent inszenierter Comic über die Erosion von Familien, Nationen, Sicherheiten und Gewissheiten.


Volker Hamann

Platz 1:
Vatermilch 1: »Die Irrfahrten des Rufus Himmelstoss«

Text: Uli Oesterle
Zeichnungen: Uli Oesterle
Carlsen | HC | Farbe | 128 Seiten | 20,00 €

Dass Uli Oesterle packende Geschichten mit vielschichtigen Figuren und treffsicheren Dialogen erzählen kann, hat er schon mit seiner Münchner Szene-Odyssee Hector Umbra gezeigt. 2016 erhielt er dann den Comicbuchpreis der Berthold-Leibinger-Stiftung für ein Work-In-Progress und machte sich an die Arbeit zu Vatermilch. In der auf vier Bände angelegten Erzählung geht es um eine Vater-Sohn-Beziehung, für die Oesterle sein eigenes Leben und das seines Vaters als Vorbild nimmt; der war Alkoholiker und hat die Familie verlassen, als der Sohn sieben Jahre alt war. Der Leser erhält Einblick in das von Discos, Liebe, Kokain- und Champagnerexzessen bestimmte Leben von Rufus Himmelstoss. Im Suff verursacht dieser einen Verkehrsunfall und nimmt einer jungen Mutter und ihren beiden Kindern das Leben. Höchste Zeit also für den egozentrischen Frauenhelden, unterzutauchen und sein Leben zu überdenken, in dem die Beziehung zu seinem Sohn eine große Rolle spielt. Für den ersten Band seiner packend und glaubhaft erzählten und mit ungewöhnlichen, stilsicheren Zeichnungen umgesetzten Geschichte ist Oesterle zu Recht mit zahlreichen Prädikaten bedacht worden, die von »bunt-schillernd und vielschichtig« bis »ebenso subtil wie meisterhaft« reichen. Ein würdiger Spitzenreiter in der ALFONZ-Bestenliste 2020!


Platz 2:
Harry und Platte: Wo ist Kiki?

Text: Robber
Zeichnungen: Blutch
Salleck | HC | Farbe | 78 Seiten | 19,00 €

So stelle ich mir eine zeitgemäße Hommage vor: Entstaubt und grafisch interessant aufbereitet erweisen Robber und Blutch einer ikonischen frankobelgischen Serie ihre Hochachtung, die ebenso wie Spirou im titelgebenden Magazin ihren Anfang nahm und damit dieses Jahr ihren 83. Geburtstag feiert: Tif et Tondu, bei uns bekannt als Harry und Platte. Und anders als Stéphan Colman und Éric Maltaite, die mit ihrem Dreiteiler Schock über den ewigen Widersacher des Detektivduos mehr ein Spin-off geschaffen haben, gelingt Szenarist Patrick Hincker alias Robber und seinem älteren Bruder Christian alias Blutch als Zeichner eine frische und freche Fortsetzung der Abenteuer, in der sich Harry und Platte große Sorgen um ihre Freundin Comtesse d'Amélie machen, bekannt als Kiki.

Platz 3:
Schloss der Tiere Band 1: »Miss Bengalore«

Text: Xavier Dorison
Zeichnungen: Félix Delep
Splitter | HC | Farbe | 72 Seiten | 17,00 €

Mit ihrer an George Orwells Roman Farm der Tiere angelegten Fabel über das gesellschaftliche und politische Leben einer Gemeinschaft von Nutztieren auf einer verlassenen Farm irgendwo in Frankreich sorgten Szenarist Xavier Dorison und Zeichner Félix Delep für einen kalkulierten Bestseller im vergangenen Jahr. Denn der erfolgreiche Start der auf vier Bände angelegten Erzählung beruht sowohl auf den meisterhaften Texten des Long-John-Silver-Szenaristen wie auf den überraschend ausgereiften und inspirierten Zeichnungen des Newcomers Delep. Darüber hinaus vermittelt Schloss der Tiere in seiner inhaltlich dichten Parabel auf typisch menschliche Macht- und Politikspielchen die klare Botschaft, sich von Gewalt und Unterdrückung nicht kleiner machen zu lassen, als man tatsächlich ist.


Matthias Hofmann

Platz 1:
Die Arche Neo Band 1: »Tod den Rindviechern«

Text: Stéphane Betbeder
Zeichnungen: Paul Frichet
Splitter | HC | 64 Seiten | Farbe | 16,00 €

Während letztes Jahr in Sachen Fabelcomics der Start der Serie Schloss der Tiere gefeiert wurde, ging das Debüt eines ganz besonderen Tiercomics zum Jahreswechsel 2019/2020 leider völlig unter und wurde bei der Ermittlung der Bestenlisten vergessen. Völlig zu Unrecht, denn für mich zählt Die Arche Neo von Stéphane Betbeder und Paul Frichet zu den besten Comics des Jahres 2020.
Eigentlich hatte ich eine Variante von Orwells Animal Farm erwartet, eben in der Art von Schloss der Tiere, aber der Comic hat mich in jeder Hinsicht positiv überrascht. Die Geschichte des Minischweins Neo, welches nach einer ereignisreichen, aber kurzen Karriere als Star in den sozialen Medien auf einem Gnadenhof sein Dasein fristet, hat alles, was eine richtig gute Story braucht. Zu den diversen sympathischen Protagonisten und optisch sehr gelungenen Zeichnungen gesellen sich eine gehörige Portion Gesellschaftskritik sowie jede Menge augenöffnende Passagen. Aber Obacht: Der Comic ist witzig und traurig zugleich. Es wird nichts beschönigt und selbst überzeugte Fleischfresser wie ich kommen ein ums andere Mal ins Grübeln. Ein modernes, wichtiges Stück Neunte Kunst, das in keiner Comicbibliothek fehlen sollte und das sich auch sehr gut als das etwas andere Präsent zum Verschenken eignet.


Platz 2:
Bei mir zuhause

Text: Paulina Stulin
Zeichnungen: Paulina Stulin
Jaja Verlag | HC | Farbe | 612 Seiten | 35,00 €

Bei Paulina zuhause sieht es aus wie in einer Studentenbude. Ihr Domizil ist eine kleine Wohnung unterm Dach, von wo aus sie durch ein schräges Fenster auf ihr Darmstadt blicken kann. Sie hat die 30 überschritten, keine Kinder, zeichnet Comics und ihre Beziehung geht gerade zu Ende. Einfach so, ohne finale Verbalschlacht. Wir nehmen teil an ihrem folgenden Leben, den One-Night-Stands, der Rucksackreise mit Freundin, den Diskussionen über Flüchtlinge und sehen zu, wie sie kocht. Und auch wenn sich das so anhört, ist Bei mir zuhause eben nicht der x-te Aufguss einer langweiligen Selbsttherapie, sondern eine eindringliche Studie des mäandrierenden Lebens einer jungen Frau, die zwar weiß, was sie will, sowohl Freude als auch Kummer erlebt, aber ihren eigentlichen Platz in der Welt noch nicht gefunden hat. Denn eigentlich lebt sie gerne bei sich zuhause in ihrem eigenen kleinen, warmen Nest. Die rund 600-seitige Graphic Novel ist für mich die Überraschung des Jahres aus Deutschland, denn auch die Zeichnungen mit ihrer Ausdruckskraft und stillen, fast schon cineastischen Momenten sind einfach toll.


Platz 3:
Little Bird Band 1: »Der Kampf um Elders Hope«

Text: Darcy Van Poelgeest
Zeichnungen: Ian Bertram
Cross Cult | HC | 208 Seiten | Farbe | 35,00 €

Obwohl das Programm von Cross Cult einer gewissen starren Formel folgt, tauchen immer mal wieder Überraschungen auf. Einen besonders interessanten Fisch hat die Truppe um Andreas Mergenthaler mit Little Bird an Land gezogen und damit gleich voll ins Schwarze getroffen. Denn als die Lizenz im Frühjahr eingekauft wurde, konnte man nicht ahnen, dass der Comic später mit dem wichtigsten Preis der USA ausgezeichnet werden würde: Im Sommer wurde Little Bird der Eisner Award in der Kategorie »Beste Miniserie« verliehen.
Der Comic erzählt die Geschichte einer jungen Widerstandskämpferin, die sich in der kanadischen Wildnis gegen ein gewalttätiges amerikanisches Imperium zur Wehr setzt. Das Ganze ist ein faszinierender Mix aus indianischen Mythen, dystopischer Zukunft und dem Schicksal einer jungen Frau, die ihren Platz in einer feindlichen Welt sucht. Das meiste Spektakel veranstalten jedoch die Zeichnungen des New Yorkers Ian Bertram, dessen Stil wie eine gesunde Mischung aus Frank Quitely und Mœbius wirkt. Mit einem Hauch von Geof Darrow bei den Actionszenen, die alles andere als zimperlich sind. Und genau deswegen präsentiert Cross Cult das Ganze im Überformat.
Wer seine Erwachsenencomics mit mystischem Flair, seltsamen und grotesken Charakteren sowie einem gelegentlichen grenzwertigen Gewaltexzess mag, kommt an Little Bird nicht vorbei.


Alex Jakubowski

Platz 1:
Schloss der Tiere Band 1: »Miss Bengalore«

Text: Xavier Dorison
Zeichnungen: Félix Delep
Splitter | HC | Farbe | 72 Seiten | 17,00 €

Was für ein Artwork und dann noch ein Debüt. Zeichner Félix Delep steigt mit Schloss der Tiere gleich in die Champions League ein. In seinem ersten veröffentlichten Comic überzeugt er mit ausdrucksstarker Mimik, unglaublichen Landschaften und ungewöhnlichen Perspektiven. Allein die ersten drei, vier Seiten reichen aus, um die Leserschaft zu fesseln.
Mit Texter Xavier Dorison hat er einen alten Haudegen im Comicmetier neben sich, der in den unterschiedlichsten Genres zuhause ist.
Dass Tiere reden können, ist im Comic nicht ungewöhnlich. Auch nicht, dass sie Menschen darstellen. Hier aber bleiben sie im eigenen Körper, übernehmen aber unterschiedliche Rollen, manchmal auch solche, die man ihnen nicht zutrauen würde. So sind es ein Hase, eine Ratte und eine Katze, die der Tyrannei von Stier Silvio und seinen Schergen im Schloss trotzen und zum Widerstand aufrufen – und zwar mit Humor. Natürlich ist der Comic eindeutig eine Hommage an George Orwells Tierfabel Farm der Tiere. Selbst wer meint, er hätte davon schon genug gelesen, der sollte unbedingt zugreifen. Das Buch überzeugt von der ersten bis zur letzten Seite.


Platz 2:
Blake und Mortimer Spezial 1: »Der letzte Pharao«

Text: Jaco Van Dormael, Thomas Gunzig
Zeichnungen: François Schuiten
Carlsen | HC | Farbe | 92 Seiten | 19,99 €

Schuiten meets Blake and Mortimer – was für eine kongeniale Idee. Eine geheimnisvolle Stadt in der Pyramide? Oder ist es eher umgekehrt?
Ein großer Meister zeichnet einen Klassiker des frankobelgischen Comics, nämlich die Fortsetzung von Das Geheimnis der großen Pyramide. Dass auch dieses Mal nicht alle Fragen aufgeklärt werden, versteht sich bei Schuiten von selbst. Fantastische Zeichnungen, eine surreale Geschichte. Beste Comicunterhaltung.


Platz 3:
Lucky Luke Band 99: »Fackeln im Baumwollfeld«

Text: Jul
Zeichnungen: Achdé
Egmont | SC/HC | Farbe | 48 Seiten | 6,90 €/12,00 €

Dass Lucky Luke auch ernste Themen kann, wird spätesten in diesem Band bewiesen. Selbst das Thema Rassismus kann man mit Humor umsetzen. Dass Lucky Luke einen schwarzen Sheriff an seine Seite bekommt, war höchste Zeit. Und dass die Daltons ihm diesmal aus der Klemme helfen, ist ein gelungener Gag. Ein Spitzen-Lucky auf höchstem Niveau.


Peter Lau

Platz 1:
Der nutzlose Mann

Text: Yoshiharu Tsuge
Zeichnungen: Yoshiharu Tsuge
Reprodukt | SC | s/w | 416 Seiten | 24,00 €

Der nutzlose Mann ist Japaner und ein toller Bursche: nachhaltig und ökologisch gesinnt, biologisch abbaubar, fair im Handel, aus lokaler Produktion, regional gesinnt und zu faul für Sexismus. Aber das hilft ihm nicht, denn als Japaner alten Schlages will er vor allem produktiv sein. Geht das nicht, hält er sein Leben für sinnlos. Total bescheuert!


Platz 2:
Bei mir zuhause

Text: Paulina Stulin
Zeichnungen: Paulina Stulin
Jaja Verlag | HC | Farbe | 612 Seiten | 35,00 €

Wer in 500 Jahren wissen will, wie die Deutschen zu Anfang des 21. Jahrhunderts gelebt haben, muss Bei mir zuhause lesen. Das Problem ist nur: Das Buch ist dann unbezahlbar, denn es gibt bloß zwei Exemplare, eines im Louvre und eines im Vatikan. Deshalb: Sei schlau, kaufe es schon heute!


Platz 3:
Dreimal spucken

Text: Davide Reviati
Zeichnungen: Davide Reviati
avant-verlag | SC | s/w | 562 Seiten | 34,00 €

»Nehmt die Wäsche von der Leine«, ruft der Vater, »die Zigeuner kommen.« Aber die Kinder rollen bloß mit den Augen und rufen: »Halt’s Maul, Rassistenarschloch! Und Zigeuner sagt man übrigens nicht.« Damit der alte Sack mal was kapiert, geben sie ihm dieses Buch. Leider ist er dafür zu blöd.


Detlef Lorenz

Platz 1:
Kriegsgeschichten Gesamtausgabe

(Der Band enthält die Geschichten »Die Entdeckung«, »Die Suche« und »Die Rückkehr«.)

Text »Die Entdeckung«: Eric Heuvel, Ruud van der Rol, Menno Metselaar, Hans Groeneweg
Text »Die Suche«: Eric Heuvel, Ruud van der Rol, Lies Schippers 
Text »Die Rückkehr«: Eric Heuvel, Ruud van der Rol
Zeichnungen: Eric Heuvel
Kult Comics | HC | Farbe | 190 Seiten | 35,00 € / 50,00 € (VZA)

Alle drei Bände arbeiten in Rückblicken. Ein Dachbodenfund von einem Judenstern und Zeitungsausschnitte aus den 1930/40er Jahren veranlasst eine Oma ihrem Enkel die Erlebnisse aus der Sicht ihrer Familie in den Niederlanden zu erzählen. Vom Krieg mit den Deutschen, von den Judenverfolgungen, der einheimischen Kollaboration, des Widerstandes, der Deportationen, der Befreiung am Kriegsende und der Abrechnung mehr mit den Kollaborateuren als mit den Besatzern.
Das zweite Album befasst sich noch intensiver mit den Zuständen in den Niederlanden während der Besatzungszeit. Die Akteure sind dieselben wie im vorherigen Band. Streiks, die die beginnenden Judenverfolgungen zu verhindern suchten, deren blutige Niederschlagung, Hungersnöte, Widerständler, das Geschehen in KZs und die siegreichen Alliierten sind hier die Themen.
Der dritte Band fängt die Ereignisse der 1930er Jahre im damaligen Niederländisch-Indonesien ein, das zu diesem Zeitpunkt schon fast 350 Jahre holländische Kolonie war, bis zur Unabhängigkeit Indonesiens 1949. Heuvel scheut sich nicht, die negative koloniale Vergangenheit der Niederlande anzuprangern, ebenso wie er das Verhalten der Verwaltung deutschsprechenden Bewohnern in Indonesien gegenüber kritisiert, sie unterschiedslos bei Kriegsbeginn zu internieren. Als die Japaner Indonesien erobert hatten, kamen diese frei und Holländer wurden eingesperrt – absurd!
Die ersten zwei Bände sind in Zusammenarbeit mit dem Anne Frank Haus realisiert worden, der zweite mit dem Indisch Herinnerungscentrum, was allen einen hohen Authentizitätsgrad verleiht. Eric Heuvel und seinen Autoren wird in den Niederlanden aus der rechten Ecke heraus »Nestbeschmutzung« wegen der offenen Darstellungen einheimischer Kollaborateure und der realistischen Wiedergabe des niederländischen Kolonialismus vorgeworfen.


Platz 2:
Rip Kirby Band 8 – 1955-1956

Text: Alex Raymond, Fred Dickenson
Zeichnungen: Alex Raymond (Seite 11-128), John Prentice (Seite 139-144)
Bocola | HC | s/w | 144 Seiten | 25,90 €

Alle bisherigen Rip Kirby Bände (1-10) stehen bei mir ganz oben auf der Rangliste, dieser Band ist insofern interessant, als hier nach dem Tode von Alex Raymond zu John Prentice der Wechsel der Zeichner stattfand. Prentice hat allerdings Raymonds Stil so perfekt weitergeführt, dass dies hier nur an der nicht vorhandenen Signatur der Dailies erkennbar ist. Nahtlos findet die aktuelle Storyline ihren Fortgang und Abschluss. Rip Kirby findet schon immer wegen seines realistischen Stils meinen Beifall, aber in dieser Ausgabereihe kommt dieser perfekt zur Geltung.


Platz 3:
Shanghai Dream

Text: Philippe Thirault
Zeichnungen: Jorge Miguel
Splitter | HC | Farbe | 112 Seiten | 22,00 €

Die Handlung setzt am 9. November 1938 in Berlin ein, also am Tag der Reichspogromnacht. Zwei jüdische Filmschaffende sind von den Rassegesetzen der Nazis beruflich kaltgestellt. Bernhard, Regieassistent, bietet ein Drehbuch seiner Frau Illo einem Freund und jetzigen Leiters eines Ufa-Studios an. Dieser lehnt selbst ein Pseudonym als Autor ab. Auf der Straße gerät Bernhard mit SA-Schergen zusammen, die grade anfangen, jüdisches Eigentum zu demolieren und Juden zu drangsalieren. Es entwickelt sich eine Fluchtgeschichte, die das Ehepaar gleich am Anfang trennt, ihn nach Shanghai verschlägt und Illo im KZ sterben lässt. Nach vielen Wirren fasst Bernhard in Shanghai Fuß, er kann sogar Illos Drehbuch verfilmen, aber bis dahin ist es ein weiter Weg.
In realistischen, einfühlsamen Szenen, eindringlichen Bildern, brutalen Gewaltakten bringt die hierzulande ziemlich unbekannte Geschichte dieser jüdischen Immigration immerhin noch ein, wenn auch zweifelhaftes, Happyend. Ein Lesegenuss der besonderen Art.


Heiner Lünstedt

Platz 1:
Die Geschichte der Goscinnys

Text: Catel
Zeichnungen: Catel
Carlsen | HC | Farbe | 336 Seiten | 28,00 €

Catel Muller (Kiki de Montparnasse) widmet dem Leben René Goscinnys über 300 Seiten, doch so mancher wird bemängeln, dass dessen Erfolgsgeschichte nur wenig Berücksichtigung findet. Erst auf Seite 290 kommt es zur Gründung des Magazins Pilote und kurz darauf wird Asterix erfunden. Doch die letzten Lebensjahre Goscinnys wurden bereits auf vielerlei Arten dokumentiert. Daher ist diese sich unter dem Motto »Geburt eines Galliers« ausführlich mit Goscinnys glücklicher Kindheit in Buenos Aires und seinen zahlreichen, meist frustrierenden Aufenthalten in New York beschäftigende Biografie eine interessante Ergänzung. In ihrem schlichten und zurückhaltenden Stil gelingt es Catel, einen Eindruck davon zu vermitteln, was für ein Mensch jener René Goscinny war, dessen Wunsch es schon in frühster Jugend war, später einmal »etwas Lustiges« zu werden.


Platz 2:
Vatermilch 1: »Die Irrfahrten des Rufus Himmelstoss«

Text: Uli Oesterle
Zeichnungen: Uli Oesterle
Carlsen | HC | Farbe | 128 Seiten | 20,00 €

2010 wurde Uli Oesterle durch einen »amtlich anmutenden Brief« darüber informiert, dass sein zeitweise obdachloser Vater Peter verstorben ist. Der Kontakt untereinander war schon lange abgebrochen. In den vier Bänden von Vatermilch erzählt Oesterle eine Biografie seines Vaters: »Die großen Lücken in seinem Lebenslauf verfugte ich mit Erdichtetem. Jedes einzelne Wort davon ist wahr.« Peter Oesterle heißt im Comic Rufus Himmelstoss und hat einen Sohn namens Viktor, der Comiczeichner ist. Genau wie Oesterle fragt sich dieser, wie viel von seinem Vater in ihm steckt. Die daraus resultierende Erzählung ist sehr vielschichtig. Die vielleicht größte Überraschung ist, dass Oesterles sich auf den ersten Blick scheinbar eher für lustige Geschichten eignender, stark karikierender Stil der Geschichte nicht im Wege steht, sondern diese trotz ihres ernsten – teilweise sehr ernsten – Grundtons zu einer verdammt unterhaltsamen Angelegenheit macht.


Platz 3:
Lucky Luke Band 99: »Fackeln im Baumwollfeld«

Text: Jul
Zeichnungen: Achdé
Egmont | SC/HC | Farbe | 48 Seiten | 6,90 €/12,00 €

Achdé und Jul überzeugten bereits mit ihren Lucky-Luke-Alben »Das gelobte Land« und »Ein Cowboy in Paris«. Das zentrale Thema ihrer dritten Zusammenarbeit ist Rassismus. Lucky Luke hat von einer Bewunderin die größte Baumwollplantage in Louisiana geerbt. Er beschließt, diese den dort arbeitenden Sklaven zu übereignen. Darüber sind die benachbarten Plantagenbesitzer entsetzt und schlüpfen in ihre Ku-Klux-Klan-Kutten. Die leider immer noch in die Zeit passende Geschichte enthält viele großartige Momente. So heißt eine der Südstaatendamen Melania, während die in die Freiheit entlassenden Sklavenkinder Oprah und Barack davon träumen, Journalistin bzw. US-Präsident zu werden. Zugleich scheinen die Autoren aber auch etwas Angst vor der eigenen Courage zu haben. So drängt sich eine Nebenhandlung mit bewährten Dalton-Klamauk immer wieder in den Vordergrund. Doch insgesamt geht das Album sehr mutig in die richtige Richtung, um den Status von Lucky Luke als zeitlosen, aber auch zeitgemäßen Klassiker zu erhalten.


Wolfram Neun

Platz 1:
Mechanica Caelestium

Text: Merwan
Zeichnungen: Merwan
Schreiber & Leser | HC | Farbe | 208 Seiten | 32,80 €

Kann man auf gut 200 Seiten derart vielfältige Themen wie Umweltkatastrophen, soziale Reorganisation unter den Bedingungen des Aftermath, Adoleszenz in feschen Gummistiefeln, die jeden Touristen auf Borkum vor Neid erblassen lassen, Ausgrenzung, Korruption, Piraterie, Überwachung, Kolonialisierung und, summsebrumm, Völ-ker-ball amtlich vermixen? Merwan Chabane kann! Und zwar mit Witz, feinem Strich und angenehmen Wasserfarben. Aster, 17 Jahr’, rotes Haar, frech wie Rotz und schneller als ihr Schatten werfend, muss in einer postapokalyptischen, nicht allzu fernen Zukunft zunächst um ihre Tagesration Reis und alsdann in einer Art sportlich-religiösem Wettbewerb für die Freiheit der Öko-Kommune Pan gegen die hochgezüchteten Honks der Hightech-Macht Fortuna kämpfen. Schrapnellmäßig sausen die Bälle durch die Panels, dass man bereits beim Umblättern in Deckung geht. Aster holt aus, Aster springt, Aster fängt, Aster flitzt, Aster, Aster, Aster ... Mein persönlicher Comic-Volltreffer des Jahres!


Platz 2:
Lucky Luke Band 99: »Fackeln im Baumwollfeld«

Text: Jul
Zeichnungen: Achdé
Egmont | SC/HC | Farbe | 48 Seiten | 6,90 €/12,00 €

Wenn der wahre amerikanische Traum in einem frankobelgischen Klassiker lebendig wird: Lucky Luke und der schwarze Sheriff Bass Reeves reiten Seite an Seite, um debilen Rassisten die Zipfelkapuzen wegzuzipfeln. So bissig wie keine Lucky-Luke-Story zuvor. #BlackLivesMatter


Platz 3:
Die Farbe der Dinge

Text: Martin Panchaud
Zeichnungen: Martin Panchaud
Edition Moderne | HC | Farbe | 224 Seiten | 35,00 €

Die Figuren farbige Kreise nur. Einzige Perspektive die Draufsicht. Unbeeindruckt vom Stilbruch lauter schräge Kapriolen, die sich zu einem mit tiefem Gespür für Dialoge und Handlung inszenierten Krimi-Abenteuer fügen, dessen Showdown verblüfft. Originell und irre unterhaltsam!


Peter Nover

Platz 1:
Mechanica Caelestium

Text: Merwan
Zeichnungen: Merwan
Schreiber & Leser | HC | Farbe | 208 Seiten | 32,80 €

Der Wald von Fontainebleau im Jahr 2068. Klimawandel und Radioaktivität bestimmen das Leben, sind aber kein Grund, Trübsal zu blasen. Wozu gibt es Gummistiefel und Jodtabletten? In dieser postapokalyptisch anmutenden Welt entrollt der Franzose Merwan (d.i. Merwan Chabane) bildgewaltig eine Zukunftsvision der ewig jungen Geschichte von David gegen Goliath. Im Mittelpunkt steht die quietschfidele Aster, die in einem rituellen Ballspiel für die Bauernstadt Pan gegen die Vertreter der fiesen Republik Fortuna antritt, um das Überleben ihrer Heimat zu garantieren. Die sportliche Auseinandersetzung wird mit viel Witz und noch mehr Tempo geschildert und überzeugt mit rasant wechselnden Perspektiven und spektakulären Splash Pages. Mechanica Caelestium darf als ultimativer Launeaufheller empfohlen werden. Nicht nur 2020.


Platz 2:
Conan der Cimmerier – Schatten im Mondlicht

Text: Virginie Augustin
Zeichnungen: Virginie Augustin
Splitter | HC | Farbe | 64 Seiten | 16,00 €

Bei Crom! Ein Selbstversuch hat ergeben, dass die in täglichen homöopathischen Dosen genossene Lektüre der Abenteuer von Robert E. Howards Barbaren innerlich abhärtet und das stete Ringen mit bösen Zauberern und monströsen Kreaturen selbst Viren aller Art zur Nebensache mutieren lässt. Der von der Französin Augustin vorgelegten kongenialen Comicversion der im Jahr 1934 erschienenen Erzählung von Robert E. Howard kommt hier besonders heilsame Wirkung zu. Das atmosphärisch dichte Album bietet mit einer knapp bekleideten Schönheit in Not, Piraten, übernatürlichen Wesen und einem Monster die aus dem Howard’schen Œuvre bekannten Versatzstücke. Mit dynamischem Strich setzt Augustin die spannende Handlung in Szene und unterzieht den gewohnt humorlos agierenden Barbaren einer willkommenen Frischzellenkur.


Platz 3:
Lucky Luke Band 99: »Fackeln im Baumwollfeld«

Text: Jul
Zeichnungen: Achdé
Egmont | SC/HC | Farbe | 48 Seiten | 6,90 €/12,00 €

In diesem Band glückt das seltene Kunststück, ein ernstes Thema humorvoll einzubetten. Die Autoren präsentieren sich hier mit dem Finger am Puls der Zeit und gießen eine mit bisweilen ätzendem Wortwitz und Situationskomik prall gefüllte Cornucopia über dem Leser aus. Während Lucky Luke im Verlauf dieses anspielungsreichen Abenteuers in Louisiana auf historische Persönlichkeiten und literarische Figuren trifft, müssen sich die Daltons in einer Nebenhandlung mit Mücken, Alligatoren und den schwer verständlichen Cajuns auseinandersetzen. Im Mittelpunkt steht der Konflikt mit abstoßend gezeichneten Plantagenbesitzern, die in keiner Weise der Ansicht sind, dass schwarze Leben von Belang sind. Gemeinsam mit dem Freunden rustikaler Western bekannten schwarzen Deputy U.S. Marshal Bass Reeves tritt der »poor lonesome Cowboy« nun entschieden für die Sache der ehemaligen Sklaven ein. Das stimmungsvolle Schlusstableau dient als Streicheleinheit für die Seele.


Falk Straub

Platz 1:
Phoolan Devi

Text: Claire Fauvel
Zeichnungen: Claire Fauvel
bahoe books | HC | Farbe | 226 Seiten | 24,00 €

Den österreichischen Verlag bahoe books gibt es inzwischen seit zehn Jahren. Die dort veröffentlichten Comics fliegen bei den meisten weiterhin unter dem Radar. Das ist schade. Denn unter den oft etwas sperrigen und bemühten politischen Publikationen finden sich immer wieder echte Perlen der Neunten Kunst. Claire Fauvels Biografie der indischen Banditenkönigin Phoolan Devi ist eine davon. Und wie dunkel dieser Comic funkelt! Wahnsinn. Auch an mir ging dieses Glanzstück beinahe vorbei. Ich habe den Comic erst im Jahresendspurt entdeckt – und war von der ersten bis zur letzten Seite wie weggeblasen. Wie die 1988 geborene Französin dieses tieftragische Leben zu Papier bringt, wie leichtfüßig und scheinbar mühelos sie die Träume von einem besseren Leben und die stattdessen erlittenen Traumen in ihre Panels packt, das muss man selbst gelesen haben. Phoolan Devi ist anders als die häufig so dröge (auto-)biografische Comickost: atemlos und den Atem raubend, soghaft und sagenhaft, ungeschönt und doch schön anzusehen. In diesem Comic zeigt das Patriarchat seine hässliche Fratze. Fauvel schont ihre Protagonistin und mit ihr uns Leser*innen nicht, weil die Männer Phoolan Devi nicht verschonten. Dass sie Devis Schicksal dabei nicht ausschlachtet, sondern stets die Würde ihrer Protagonistin wahrt, ist ganz große Kunst.


Platz 2:
Ausnahmezustand

Text: James Sturm
Zeichnungen: James Sturm
Reprodukt | HC | s/w | 216 Seiten | 24,00 €

Die Ära Donald Trumps ist (vorerst) beendet. Doch die tiefen Gräben, die der 45. US-Präsident hinterlassen hat, werden nicht so schnell wieder zugeschüttet werden können. Dass Trump freilich nicht die Krankheit ist, unter der die amerikanische und so viele andere Demokratien weltweit leiden, sondern nur ein Symptom, das weiß auch James Sturm. Wer wissen will, was die allerorten erodierende Mittelklasse umtreibt, sollte seinen Comic lesen. Sturms Geschichte spielt rund um die Präsidentschaftswahl 2016 und ist in der Rückschau geradezu hellsichtig. Eine ebenso kluge wie unaufgeregte Bestandsaufnahme aus der Perspektive eines Arbeiters, Familienvaters und frisch getrennten Mannes. Leise, nachdenklich, mitfühlend. Bestechend einfach, einfach großartig!


Platz 3:
Jein

Text: Büke Schwarz
Zeichnungen: Büke Schwarz
Jaja Verlag | SC | s/w, Kapitelintros in Farbe | 232 Seiten | 24,00 €

Politisch geht es auch auf Rang drei zu. Elâ Wolf ist Malerin, hat türkische Wurzeln und lebt in Berlin. Als das 2017 in der Türkei abgehaltene Verfassungsreferendum auch die Straßen der deutschen Hauptstadt erfasst, kann sich Elâ dem Thema nicht mehr entziehen. Rein objektiv betrachtet hat es 2020 besser gezeichnete und erzählte Comics gegeben. Erstklassig ist Büke Schwarz' Debüt trotzdem. Und völlig subjektiv gesehen hat es mich gleich auf mehreren Ebenen abgeholt. Die Wahlberlinerin stürzt sich mutig in eine dringliche gesellschaftspolitische Debatte, reflektiert sie klug und langweilt dabei nie. Ihre Graphic Novel stellt die Frage, wie politisch die Kunst sein muss und vollführt dabei das Kunststück, Politik und Privates in Bilder zu übersetzen, die kreativ mit dem eigenen Medium spielen. Das ist weit mehr, als sich über die immer gleichen, ums eigene Ego kreisenden und reichlich einfallslosen Debüts sagen lässt und damit meine ganz persönliche Bronzemedaille des Comicjahres wert.


Stefan Svik

Platz 1:
Qualityland 1.1

Text: Marc-Uwe Kling
Zeichnungen: Zachary Tallent
Voland & Quist | SC | Farbe | 176 Seiten | 18,00 €

Wohin wird uns die zunehmende Digitalisierung führen? Wie wollen wir wirklich leben? Diese und weitere sehr aktuelle und relevante Fragen wirft die Comicadaption von Marc-Uwe Klings Qualityland auf. Zeichnerisch ist das alles nicht mehr als zweckmäßig, dennoch tut es gut, die Welt um den Maschinenverschrotter Peter Arbeitsloser visuell zu erleben. Das Leben in dem extrem auf Konsum und Vergnügen ausgelegten Staat besteht im Wesentlichen aus zwei Lagern: den Technokraten und den Rechtspopulisten. Peter wählt einen Weg zwischen den Extremen, ist dabei ungefähr so ein Schlaffi wie Kleinkünstler Marc-Uwe aus Die Känguru-Chroniken, nur leider weniger lustig. Der Held versucht eigentlich nur, mit der Trennung von seiner Freundin klarzukommen, wird dann aber in aberwitzige Abenteuer verwickelt und entdeckt einen Fehler im System.
Wer wissen will, wie die Story weitergeht, kann bereits Band 2 des Romans lesen und dann alle Zuschauer der kommenden HBO-Verfilmung spoilern.


Platz 2:
Hauck und Bauer: Cartoons

Text: Dominik Bauer
Zeichnungen: Elias Hauck
Verlag Antje Kunstmann | HC | s/w | 312 Seiten | 18,00 €

Cartoons steht drauf. Comics und Cartoons sind drin und zwar die besten, die es aktuell im deutschsprachigen Raum gibt! Nicht, dass es schlecht wäre, zu den Cartoonisten zu zählen, aber im Grunde gehören Zeichner Hauck und Autor Bauer genau so sehr zu den Comickünstlern. Mit gerade mal so vielen Strichen wie notwendig bringen die Strips des Duos Tiefsinniges, leicht Albernes und Aktuelles so gekonnt auf den Punkt und das noch dazu so lustig, dass es sich neben Größen wie den Peanuts, Loriot und Dilbert mühelos einreiht. 2020 habe ich nirgends so oft und so laut gelacht wie bei der Lektüre dieses kleinen, schicken roten Buches.


Platz 3:
H. P. Lovecrafts Berge des Wahnsinns Band 1

Text: H. P. Lovecraft, adaptiert von Gou Tanabe
Zeichnungen: Gou Tanabe
Carlsen Manga | SC | s/w | 296 Seiten | 18,00 €

Wahnsinn! Sorry, für das Wortspiel, aber tatsächlich hat mich dieser Manga so sehr begeistert, dass ich nun endlich tiefer in die Welt und das Werk des amerikanischen Großmeisters des Horrors eingetaucht bin. Es gibt sie also doch, Manga für Erwachsene – das vergesse ich ab und an fast, wenn ich im lokalen Comicshop in Vorschauen oder Bestsellerlisten all den Kram für Kinder und Mädchen sehe – nicht dass das schlecht wäre, nur mich spricht es eben fast nie an. Der Comic erleichtert den Einstieg in Lovecrafts Geschichte über eine Expedition ins Eis, bereichert und strafft sie. Somit werden den Lesern eher redundante und stellenweise etwas fade und ausufernde Beschreibungen von Höhlen und Landschaften erspart. Der Eigenbrötler und Stubenhocker Lovecraft war nicht besonders gut im Schreiben von Dialogen, dies kann Tanabe gut ausbügeln, außerdem beginnt der Manga gleich mit einer kleinen Schockszene und wirkt damit dezent modernisiert. Eine faszinierende Geschichte und ein fesselnder Manga! Grusel, der so viel länger im Gedächtnis bleibt und die Fantasie mehr stimuliert als der x-te unmotivierte Aufguss von The Walking Dead und anderer Fließbandarbeit.


Ralph Trommer

Platz 1:
Ulysses

Text: Nicolas Mahler (nach dem Roman von James Joyce)
Zeichnungen: Nicolas Mahler
Suhrkamp | TB | Farbe | 287 Seiten, 24,00 €

Ulysses war letztes Jahr der Überraschungsknaller für mich. Was Nicolas Mahler aus James Joyces modernem Klassiker herausholt, ist wiederum selbst ein Klassiker geworden – ein Klassiker der Komik und des Comics. Mahler verlegt nicht nur den Schauplatz von Dublin nach Wien und benennt Leopold Bloom in Leopold Wurmb um, nein, Mahler=Wurmb=Bloom holt auch noch Popeye, Olivia Öl, Krazy Kat und andere Heroen des klassischen Comicstrips mit in die Geschichte ... zum Schlapplachen und Komasaufen, das Ganze! Dazu die alten Vienner Anzeigen, die der Mahler aus den Archiven gekramt hat ... herrlich! Einfach lesen! Und dann neben das Original ins Regal stellen, wie wir es auch schon mit Marcel Proust und der zugehörigen Mahler-Version gemacht haben.


Platz 2:
Grönland Odyssee

Text: Hervé Tanquerelle (nach dem Roman von Jørn Riel, adaptiert von Gwen de Bonneval)
Zeichnungen: Hervé Tanquerelle
avant-verlag | HC | s/w | 384 Seiten, 39,00 €

Der französische Comiczeichner Hervé Tanquerelle ließ sich bereits für seinen Comic Grönland Vertigo (2017) von einer Schiffsexpedition durch Grönlands Fjorde inspirieren, auf der er den bekannten dänischen Schriftsteller Jørn Riel kennenlernte. Daraufhin begann er mit dem Lesen von Riels urigen Grönland-Geschichten und holte Gwen de Bonneval als Szenaristen für seine Adaption dieser Erzählungen ins Boot. Grönland Odyssee unterscheidet sich deutlich vom Vorgängerband: Dominierte dort noch die leuchtende Farbigkeit der nordischen Fjorde, so verwendet Tanquerelle in Grönland Odyssee nur schwarzweiße Tusche und subtile Grauschattierungen; war Vertigo auch formal als Hommage an Hergé gedacht und ganz in dessen Ligne- claire-Stil gezeichnet, passt sich Tanquerelles Strich hier ganz den Stimmungen der Erzählungen an, erschafft etwa durch Schraffuren und Aquarellierung das schummrige Licht der Jagdhütten im polaren Winter. Tanquerelle und de Bonneval lassen sich ganz auf ihr pointiert karikiertes Ensemble ein – selten hat man solch eine urkomische Galerie kauziger Einsiedler gesehen. Abwechslung bietet sich ihnen nur, wenn sie sich ab und zu gegenseitig in ihren Hütten besuchen und im Alkoholrausch Geschichten erzählen – z.B. über die Liebe ... Die richtige Lektüre für einen langen, lichtarmen Winter.


Platz 3:
Blake und Mortimer Spezial 1: »Der letzte Pharao«

Text: Jaco Van Dormael, Thomas Gunzig
Zeichnungen: François Schuiten
Carlsen | HC | Farbe | 92 Seiten | 19,99 €

Mit »Der letzte Pharao« knüpft François Schuiten an Edgar P. Jacobs' Blake-und-Mortimer-Abenteuer »Das Geheimnis der Großen Pyramide« an. Ein gealterter Philip Mortimer wird nach Brüssel gerufen, um im dortigen Justizpalast einem mysteriösen (ägyptischen) Phänomen auf die Schliche zu kommen. Elektromagnetische Strahlen gigantischen Ausmaßes werden dabei freigesetzt, die ganz Brüssel lahmlegen und auch den Rest der Welt bedrohen ...
Zusammen mit seinen Co-Autoren (u.a. dem Filmregisseur Jaco Van Dormael) gelingt es Schuiten, Jacobs' etwas angestaubten Erzählkosmos auf zeitgemäße Weise fortzuführen: Im Kern geht es um die krankhafte Technikabhängigkeit des heutigen Menschen, der einen totalen Blackout fürchtet. Schuiten hat es sogar gewagt, auf den Ligne-claire-Look zu verzichten und dem Album seine persönliche, kupferstichfein schraffierte Handschrift zu geben. Die gleißende Kolorierung durch Laurent Durieux verleiht dem Band einen irrealen Touch, der gut zu dieser Endzeitgeschichte passt. Eine fesselnde »Papier-Oper«!


Björn Bischoff:

Platz 1:
Spy x Family Band 1: »Agent 00-Papa«

Text: Tatsuya Endo
Zeichnungen: Tatsuya Endo
KAZÉ | TB | s/w (mit vier Farbseiten) | 220 Seiten | 7,00 €


Platz 2:
Wir gehören dem Land

Text: Joe Sacco
Zeichnungen: Joe Sacco
Edition Moderne | HC | s/w | 256 Seiten | 25,00 €


Platz 3:
Monstress Band 4: »Die Außerwählte«

Text: Marjorie Liu
Zeichnungen: Sana Takeda
Cross Cult | SC | Farbe | 152 Seiten | 15,00 €


Alexander Braun

Platz 1:
Rote Blüten

Text: Yoshiharu Tsuge
Zeichnungen: Yoshiharu Tsuge
Reprodukt | Softcover | s/w | 400 Seiten | 24,00 €


Platz 2:
Die Farbe der Dinge

Text: Martin Panchaud
Zeichnungen: Martin Panchaud
Edition Moderne | HC | Farbe | 224 Seiten | 35,00 €


Platz 3:
Ausnahmezustand

Text: James Sturm
Zeichnungen: James Sturm
Reprodukt | HC | s/w | 216 Seiten | 24,00 €


Bernd Frenz

Platz 1:
Die Bombe

Text: Alcante und Laurent-Frédéric Bollée
Zeichnungen: Denis Rodier
Carlsen | HC | s/w | 472 Seiten | 42,00 €


Platz 2:
Valentin Gesamtausgabe 1

Text: René Goscinny
Zeichnungen: Jean Tabary
All Verlag | HC | Farbe | 248 Seiten | 29,80


Platz 3:
Blake & Mortimer Bibliothek 3: »Das gelbe M«

Text: Edgar P. Jacobs
Zeichnungen: Edgar P. Jacobs
Carlsen | HC | Farbe | 96 Seiten | 22,00 €


Thorsten Hanisch

Platz 1:
Bezimena

Text: Nina Bunjevac
Zeichnungen: Nina Bunjevac
avant-verlag | HC | s/w | 224 Seiten | 30,00 €


Platz 2:
Omaha the Cat Dancer Band 1

Text: Kate Worley
Zeichnungen: Reed Waller
Schreiber & Leser | SC | s/w | 256 Seiten | 29,80 €


Platz 3:
Blue Fighter

Text: Caribu Marley
Zeichnungen: Jirō Taniguchi
Schreiber & Leser | SC | s/w | 304 Seiten | 16,95 €


Bernd Hinrichs

Platz 1:
Spirou & Fantasio Spezial: »Der Superpage«

Text: Fabien Vehlmann
Zeichnungen: Yoann
Carlsen | SC | Farbe | 96 Seiten | 14,00 €


Platz 2:
Batman: Der Fluch des Weißen Ritters

Text: Sean Murphy
Zeichnungen: Klaus Janson, Sean Murphy
Panini | SC | Farbe | 268 Seiten | 27,00 €


Platz 3:
Blake und Mortimer Spezial 1: »Der letzte Pharao«

Text: Jaco Van Dormael, Thomas Gunzig
Zeichnungen: François Schuiten
Carlsen | HC | Farbe | 92 Seiten | 19,99 €


Peter Osteried

 

Platz 1:
Fante Bukowski
Ein amerikanischer Traum

Text: Noah Van Sciver
Zeichnungen: Noah Van Sciver
avant-verlag | HC | Farbe | 416 Seiten | 30,00 €


Platz 2:
Infidel

Text: Pornsak Pichetshote
Zeichnungen: Aaron Campbell
Splitter | HC | Farbe | 168 Seiten | 24,00 €


Platz 3:
Spider-Man: Die Geschichte eines Lebens

Text: Chip Zdarsky
Zeichnungen: Mark Bagley
Panini | SC | Farbe | 196 Seiten | 19,99 €


Stephan Schunck

Platz 1:
Eine Studie in Smaragdgrün

Text: Neil Gaiman
Adaption der Story: Rafael Albuquerque, Rafael Scavone
Zeichnungen: Rafael Albuquerque
Dantes Verlag | HC | Farbe | 92 Seiten | 22,00 €


Platz 2:
Blueberry Hommage: »Das Trauma der Apachen«

Text: Joann Sfar, Christophe Blain
Zeichnungen: Christophe Blain
Egmont | HC | Farbe | 64 Seiten | 15,00 €


Platz 3:
Corto Maltese 15: »Tarowean – Tag der Überraschungen«

Text: Juan Diaz Canales
Zeichnungen: Ruben Pellejero
Schreiber & Leser | HC | Farbe | 88 Seiten | 24,80 €


Die besten Comics eines Jahrgangs spielen natürlich schon während des Jahres eine Rolle. Auch 2020 haben sich unsere Autoren vielen der hier vorgestellten Favoriten auf die eine oder andere Weise gewidmet. Hier ein Überblick in alphabetischer Reihenfolge:

  • Abteilung für irre Theorien: Mechthild Wiesner hat diese Strip-Sammlung hier besprochen.
  • Bei mir zuhause: Alex Jakubowski hat über Paulina Stulin, die Schöpferin dieser Graphic Novel, ein Porträt in ALFONZ 1/2021 verfasst.
  • Berge des Wahnsinns: Eine obligatorische Kampfszene zwischen Stefan Svik und Stephan Schunck spielte sich in ALFONZ 4/2020 ab.
  • Bezimena: Veit Christoph Baecker hat die Graphic Novel in ALFONZ 3/2020 rezensiert, Bernd Hinrichs hier.
  • Blueberry Hommage: Ebenfalls in ALFONZ 3/2020 hat Christian Endres die Hommage an diesen Klassiker besprochen.
  • Die Bombe: Dem Comic über den Atombobenabwurf in Hiroshima nimmt sich ein Artikel von Bernd Frenz in ALFONZ 3/2020 an.
  • Dreimal spucken: Peter Laus Rezension findet ihr in ALFONZ 1/2021.
  • Fante Bukowski: Ralph Trommer hat den Comic in ALFONZ 2/2020 besprochen.
  • Die Geschichte der Goscinnys: Jens R. Nielsens Rezension findet ihr in ALFONZ 3/2020, Peter Laus Rezension hier.
  • Harry und Platte: Wo ist Kiki?: Holger Vallinga hat diese Hommage in ALFONZ 3/2020 besprochen.
  • Jein: Falk Straub hat in ALFONZ 4/2020 ein Kurzporträt über Büke Schwarz geschrieben, Walter Truck hat das Debüt hier besprochen.
  • Kriegsgeschichten: Stefan Schmatz hat diesen Dreierpack in ALFONZ 1/2021 besprochen.
  • Little Bird: Eine Leseprobe findet ihr in ALFONZ 4/2020 und Mechthild Wiesners Rezension hier.
  • Mechanica Caelestium: Eine Leseprobe findet ihr in ALFONZ 2/2020, Wolfram Neuns Rezension in ALFONZ 3/2020.
  • Der nutzlose Mann: Thorsten Hanisch hat den Manga in ALFONZ 4/2020 besprochen, Peter Lau hier.
  • Omaha the Cat Dancer: Einen Artikel über die Katzenstripperin von Matthias Hofmann gibt es in ALFONZ 2/2020.
  • Phoolan Devi: Stefan Schmatz' Besprechung dieser Comicbiografie findet ihr in ALFONZ 4/2020.
  • Qualityland: Über eine vermeintlich nicht allzu ferne Zukunft schreibt Stefan Svik in ALFONZ 3/2020.
  • Rote Blüten: Falk Straubs Rezension findet ihr hier.
  • Schloss der Tiere: Über diese Variation von George Orwells Farm der Tiere hat Veit Christoph Baecker in ALFONZ 3/2020 geschrieben.
  • Spy x Family: Björn Bischoff hat diesen Manga in ALFONZ 4/2020 rezensiert.
  • Eine Studie in Smaragdgrün: Stephan Schunck hat diesen Comic hier besprochen.
  • Unfollow: Heiner Lünstedt hat diese Zukunftsvision in ALFONZ 4/2020 rezensiert, Mechthild Wiesner hier.
  • Valentin Gesamtausgabe: Den Comics von Goscinny und Tabary widmet sich ein Artikel von Peter Nover in ALFONZ 3/2020.
  • Vatermilch: Falk Straub hat den ersten Band von Uli Oesterles neuem Comic in ALFONZ 3/2020 besprochen.
  • Wir gehören dem Land: Alex Jakubowskis Rezension von Joe Saccos Comicreportage findet ihr in ALFONZ 4/2020, Peter Laus Rezension hier.

© der Abbildungen bei den Verlagen und Autoren, Fotos © Edition Alfons